Fallstudie: Leckageortung im Fernwärmenetz der Fernwärme Ulm
Wie findet man Lecks in einem über 200 km langen Fernwärmenetz, ohne auf Verdacht aufzugraben? Die Fernwärme Ulm nutzte Drohnenthermografie: 647 Befunde, 2 größere Lecks – beide repariert.
Inspektion des Fernwärmenetzes

647 georeferenzierte Befunde, zwei größere Leckagen, beide lokalisiert und repariert: Die Fernwärme Ulm GmbH hat ihr über 200 km langes Fernwärmenetz mit FairFleet mittels Drohnenthermografie inspiziert. Statt am Boden abschnittsweise zu suchen, erschien jede Anomalie im Netz auf einer einzigen digitalen Karte. So funktionierte das Projekt und das können andere Netzbetreiber daraus mitnehmen.
Die Herausforderung: Nachspeisewasser zeigt, dass Wasser verloren geht, nicht wo
Jeder Netzbetreiber kennt das Signal: Die Nachspeisemenge steigt. Irgendwo im Netz tritt Heizwasser aus und mit ihm geht Wärme verloren. Der Zähler verrät jedoch nicht, wo entlang der Trasse sich das Leck befindet.
Fernwärmeleitungen verlaufen unter Asphalt, Gehwegen und Grünflächen. Die konventionelle bodengestützte Ortung arbeitet sich Abschnitt für Abschnitt durch das Netz und erfordert oft mehrere Suchgrabungen, bevor das Leck gefunden wird. Bei einem Netz von über 200 km ist eine vollständige Bodenbegehung kaum machbar.
Der öffentliche Druck wächst zusätzlich: Seit 2021 sind deutsche Fernwärmeversorger nach der AVBFernwärmeV (§ 1a) verpflichtet, ihre Netzverluste zu veröffentlichen. Verluste sind längst nicht mehr nur ein Kostenthema, sondern auch eine Frage der Reputation.
Das Vorgehen: drei Schritte, minimaler Aufwand für den Netzbetrieb
Trassendaten rein. Die Fernwärme Ulm stellte die Leitungsverläufe als GIS-Daten bereit. Daraus plante FairFleet automatisierte Flugrouten entlang der Trassen.
Nachtflüge über das Netz. Gemessen wurde in der Heizperiode nach Einbruch der Dunkelheit: kalte Umgebung, hohe Vorlauftemperaturen. Unter diesen Bedingungen zeichnen sich Wärmeverluste im Wärmebild am deutlichsten ab.
Zentrale Analyse bei FairFleet. Die Piloten erfassen lediglich Rohdaten. Detektion, Klassifizierung und Priorisierung der Anomalien laufen in einem standardisierten Prozess auf der FairFleet-Plattform ab.
Für den Netzbetrieb blieb der Aufwand gering: Trassendaten bereitstellen, Ergebnisse sichten, gezielt aufgraben.
Das Ergebnis: 647 Befunde, zwei größere Leckagen
Kennzahl | Wert |
|---|---|
Beflogenes Fernwärmenetz | über 200 km |
Georeferenzierte Befunde thermischer Anomalien | 647 |
Lokalisierte und reparierte größere Leckagen | 2 |
Nicht jede thermische Anomalie ist ein Leck. Genau deshalb ist die Priorisierung entscheidend: Sie zeigt dem Netzbetrieb, wo sich Grabungen lohnen. Die Fernwärme Ulm konnte beide größeren Leckagen ohne Suchgrabungen punktgenau freilegen und reparieren.
Die Plattform: das gesamte Netz auf einer digitalen Karte
Alle Befunde liegen auf der digitalen Netzkarte in der FairFleet-Plattform – exakt an der Leitungstrasse verortet, statt über Einzelbilder verstreut. Jeder Befund zeigt das Wärmebild mit Messwerten und einer Schweregradeinstufung.

Priorisiert: Der Netzbetrieb sieht auf einen Blick, welche Befunde zuerst geprüft werden müssen.
Kollaborativ: Kollegen, Tiefbaupartner und Dienstleister können ohne Zusatzkosten eingeladen werden, um die Daten gemeinsam zu sichten. Aufgaben lassen sich direkt zuweisen.
Über Jahre vergleichbar: Jede Befliegung bleibt gespeichert. Folgebefliegungen zeigen, was sich verändert hat.
Nachweis per Klick: PDF-Export für Aufsichtsräte, Gremien und die Netzverlustberichterstattung.
Daten in der EU: Gespeichert in Deutschland, keine Weitergabe an Dritte.
Die Kundensicht
„Aus den 647 Befunden konnten wir zwei größere Leckagen punktgenau orten und sofort instand setzen. Für unsere Instandhaltung eine extrem effiziente Methode.“
Patrick Ruf, M. Eng., Leiter Netzbau und -betrieb, Fernwärme Ulm GmbH
Was andere Netzbetreiber daraus mitnehmen können
Eine Drohnenbefliegung macht ein gesamtes Fernwärmenetz in kurzer Zeit sichtbar und zeigt, wo sich Aufgrabungen lohnen. Sie spart Suchgrabungen, reduziert Netzverluste und liefert belastbare Nachweise für Gremien und Offenlegungspflichten.
Das Zeitfenster dafür ist die Heizperiode: Die Thermografie liefert die klarsten Bilder, wenn es draußen kalt ist und das Netz unter Last steht. FairFleet plant jetzt Befliegungen für den Winter 2026/27 – egal, ob für einen Trassenabschnitt mit auffälliger Nachspeisung oder das gesamte Netz.
Befliegung für Ihr Netz anfragen: Alexander Engelfried, Geschäftsführer, fairfleet.com
FairFleet ist Europas größte Drohnenplattform mit mehr als 1.000 Kunden und über 65.000 durchgeführten Projekten. Alle Daten werden in Deutschland verarbeitet und gespeichert.